Rückbauverpflichtungen und Umweltgarantien
Der Rückbau ist gesetzlich vorgeschrieben (§ 35 BauGB): Betreiber müssen Verpflichtungserklärungen abgeben, inklusive vollständiger Beseitigung und Renaturierung. Das umfasst Turm, Rotorblätter, Stahlteile und das massive Betonfundament (Tausende Tonnen, bis 20 m tief). Flachgründungen müssen komplett entfernt werden (Abgraben, Sprengen oder Sägen), Stahl recycelt, Beton für Wegebau. Betonhybridtürme sequentiell abbauen, um Umweltschäden zu minimieren.
Kosten: Ca. 30.000–75.000 € pro MW, für 2-MW-Anlage 60.000–150.000 € plus Renaturierung; Extremfälle bis 1,9 Mio. €. Kritisch: Viele Länder fordern Sicherheitsleistungen (Bankbürgschaften), doch Höhe variiert, keine einheitliche Regelung.
Finanzielle Rückstellungen und Insolvenzrisiken
Rückstellungen für den Rückbau sind bilanziell vorgeschrieben, aber oft unzureichend. Gerichte wie das Finanzgericht Rheinland-Pfalz haben zu niedrige Sätze korrigiert. Der Rechnungshof Rheinland-Pfalz warnt vor Millionenlöchern, da Genehmigungen keine konkreten Vorgaben machen. Sie müssen pfändungssicher (z. B. Bankbürgschaft) sein, damit Grundstückseigentümer bei Insolvenz zugreifen können.
Risiken bei Insolvenz
Wenn der Betreiber pleitegeht, haften Eigentümer oder Staat – die Rückstellungen reichen oft nicht. Bei Übernahme durch globale Firmen (z. B. chinesische Konzerne) könnten Gelder “abtauchen”, da keine internationale Haftung greift. Historisch: Ähnlich wie bei Kernkraft, wo Rückstellungen an Mutterfirmen ausgeschüttet wurden. Keine Garantie – Baulasten sind schwach, da sie Ersatzkosten nicht decken.
Kritisch
Der Staat übernimmt implizit Risiken, Verbraucher zahlen indirekt. Am Lebensende (20–25 Jahre) drohen “Windfriedhöfe” mit ungeräumten Fundamenten, wenn Firmen insolvent sind.
Gesamtbewertung der Risikoverteilung
Zusammengefasst tragen Nutznießer (Hersteller, Betreiber) minimale Risiken dank EEG-Sicherungen, während Verbraucher (Entschädigungen), Anwohner (Wertverlust) und Grundbesitzer (Rückbau) die Lasten stemmen. Bei Flaute oder Ausfall: Die Betreiber kassieren weiter. Ein Rückbau ist theoretisch gesichert, praktisch aber riskant – Insolvenzen oder Konzernverschiebungen hinterlassen Altlasten. Eine echte Energiewende bräuchte daher unabhängige, pfändungssichere Fonds, nicht Konzernversprechen.